Offenlegung: Gewerkton wird von unserem Verlag gebaut — wir entwickeln es selbst und schreiben auf, was wir dabei lernen.
Auf der Baustelle ist Netz keine Selbstverständlichkeit. In Untergeschossen, Schächten oder hinter dicken Betonwänden bricht die Verbindung ab, und genau dort entstehen oft die Fotos und Notizen, auf die es später ankommt. Die Baustellen-App von Gewerkton ist darauf ausgelegt, zuerst auf dem Gerät zu speichern und später abzugleichen. Die Version 0.5.0 für iPhone und Android ist in der Testphase, auf dem iPhone über Apples TestFlight. Ein Überblick, was die App kann und was ein erster Gerätetest am 3. Oktober 2026 bestätigt hat.
Vier Wege auf der Startseite
Die Startseite ist knapp gehalten. Sie bietet vier Wege an: „Foto dokumentieren“, um aufzunehmen, zu benennen und im Projekt wiederzufinden; „Sprechen statt Tippen“ für eine Sprachnotiz, laut App auch mit Handschuhen; „Mangel aufschreiben“, Schritt für Schritt mit Raum und Foto; und „Mängel ansehen“, um die Liste zu lesen, abzuhaken und fertig zu melden. Eine Kurzanleitung fasst das Prinzip in drei Schritten zusammen: Foto machen oder sprechen, bei Mängeln und Sprache einen Vorschlag prüfen, den Entwurf speichern und die Übertragung später kontrollieren.
Wer mehr braucht, findet unter „Mehr“ 33 Werkzeuge, sortiert nach Erfassen und Melden, Lesen und Prüfen, Team und Schicht, Spezial-Baustellen sowie Hilfe und Einstellungen. Die App läuft nur im Hochformat. Auf der Website nennt Gewerkton als gebaut eine Bedienung mit Handschuhen, Maximalkontrast bei praller Sonne und einen Nässe-Modus.

Erst speichern, dann abgleichen
Der rote Faden der App ist, dass Arbeit auf der Baustelle nicht am Empfang hängen soll. Ein Mangel wird beim Aufschreiben sofort gespeichert, laut Formular auch ohne Netz. Beim Mangel aus Foto bleiben bis zu fünf Bilder auf dem Gerät, bis wieder Verbindung besteht; danach entsteht ein Vorschlag, den ein Mensch prüft. Projektfotos lassen sich auch offline benennen und ablegen und werden später ins Projekt übertragen. Dieser Abschnitt beschreibt, was die App anbietet; was davon im Gerätetest geprüft wurde, steht weiter unten.
Für Sprache gilt dasselbe. Die Aufnahme trägt den Titel „O-Ton, auch ohne Netz.“ Sie wird in Abschnitten von fünf Minuten abgelegt, jeder Abschnitt mit einer Prüfsumme gesichert und erst gelöscht, wenn der Server den Empfang bestätigt hat. Vor dem Start bestätigt ein Häkchen, dass alle Anwesenden informiert sind und zugestimmt haben. Während die Aufnahme läuft, darf der Bildschirm gesperrt werden. Unter „Offline-Sprachbefehle“ bleibt die Aufnahme verschlüsselt auf dem Gerät und läuft, sobald wieder Netz da ist, genau einmal durch die Spracherkennung von Gewerkton. Ein Ausweichen auf eine Cloud-Spracherkennung ist laut App nicht vorgesehen.

Wer weiß, dass es unten im Bauwerk kein Netz gibt, kann vorher Planstände und verortete Mängel unter „Pläne offline“ laden und das Raumbuch mit Geschossen, Räumen und offenen Punkten offline lesen. Für Baustellen-Inseln ganz ohne Netz gibt es den Beleg-Kurier, der Belege an ein Sammel-Gerät übergibt.
Damit niemand raten muss, was schon angekommen ist, zeigt die Startseite den Stand: „Letzter Abgleich: verbunden“ oder „Letzter Abgleich: ohne Netz“. In der Mängelliste filtert „Nicht synchronisiert“ die Einträge, die noch auf dem Gerät warten. Das Sync-Rettungscenter hält lokale Änderungen fest, bis der Server sie quittiert, und wiederholt offene Übertragungen. Gibt es zwei Stände zum selben Eintrag, entscheidet ein Mensch, welcher gilt.
Für den Alltag auf der Baustelle
Einige Werkzeuge zielen auf typische Situationen im Bauablauf. Wenn sich eine Kolonne ein Telefon teilt, wechselt „Geteiltes Bau-Telefon“ die lokalen Konten auf dem Gerät per PIN. Die „Schichtübergabe“ gliedert ein Diktat auf dem Gerät in Schichten, Punkte und Freitext. „Fotoqualität“ gibt Hinweise zu Schärfe und Helligkeit, ohne den Upload zu blockieren. Über „Raum per QR öffnen“ wird ein Raumcode gescannt und dem richtigen Projekt zugeordnet, und „Raum ausmessen“ erfasst einen Raum per LiDAR auf iPhones und iPads mit LiDAR-Sensor, auf Android mit einer manuellen Schätzung. Für die Baubesprechung nimmt „Jour fixe“ die Besprechung auf, ordnet die Punkte zu und legt das Protokoll zur Freigabe vor.
In den Einstellungen lassen sich Sprache, große Darstellung und Feld-Härte anpassen. Unter „Erste Schritte“ stehen vier kurze Videos; gestreamt werden sie erst, wenn jemand sie antippt.

Was der Gerätetest auf Android bestätigt hat
Am 3. Oktober 2026 lief die Android-Fassung 0.5.0 auf einem Pixel 10a mit Android 17 gegen den Live-Server. Der Kaltstart dauerte zwischen 0,72 und 0,80 Sekunden. Bestanden haben Abmelden und Anmelden, das Anlegen eines Mangels mit und ohne Netz, das Vorher-Foto nach der Kamera-Freigabe und eine Sprachaufnahme von 1:20 Minuten nach der Mikrofon-Freigabe, die anschließend hochgeladen und bestätigt wurde.
Für das Thema dieses Artikels besonders wichtig: Ein Mangel und ein Projektfoto, die ohne Netz entstanden, blieben auf dem Gerät gespeichert und wurden nach der Wiederverbindung übertragen. Für Mängel und Projektfotos ist das Arbeiten ohne Netz damit im Gerätetest bestätigt. Nach einem erzwungenen Beenden startete die App angemeldet im zuletzt geöffneten Projekt, ohne neue Anmeldung. Das Widget „Gewerkton Aufgaben“ zeigte Projekt, offene Aufgaben und die nächste Frist, ein Tippen öffnete die Mängel. Im ganzen Lauf gab es keinen Absturz und kein Einfrieren der App.
iPhone: TestFlight und ein erster Gerätetest
Auf dem iPhone ist der Build 0.5.0 (24) seit dem 3. Oktober 2026 in TestFlight und dort intern im Test. Die Beta-Prüfung bei Apple ist eingereicht, Testgruppen für interne Tester und für einen Feldtest sind angelegt. Am selben Tag lief eine lokal gebaute Release-Fassung auf einem iPhone 12 Pro Max. Die Anmeldung dauerte 2,7 Sekunden, die Wahl der Baustelle 1,6 Sekunden. Startseite, die drei Reiter und alle 33 Werkzeuge öffneten ohne Absturz und ohne Fehlerseite.
Stand der Dinge
Gewerkton ist in der Beta: 2026 ist das Beta-Jahr, die allgemeine Verfügbarkeit ist für 2027 geplant, aber nicht zugesagt. Die App gehört zu Field, der Linie für die Erfassung auf der Baustelle; Field steht im Beta-Stand vor der öffentlichen Beta. Die App selbst ist in der Testphase, und was die Tests ergeben, fließt in die nächste Version.
Was Field auf der Baustelle leisten soll, beschreibt die Field-Seite auf gewerkton.com; dort heißt es über das Erfassen von Besprechung, Diktat, Foto und Vertrag: „robust auch im Funkloch“. Wer die App auf der eigenen Baustelle testen möchte, kann über gewerkton.com Zugang anfordern und kommt auf die Warteliste. Die Beta-Seite zeigt, wo die einzelnen Linien stehen.